Güterstand und Erbfolge: Was Sie als Ehepartner erben können
Der Güterstand beeinflusst wesentlich, wie viel Sie als Ehepartner erben. In Deutschland gilt die Zugewinngemeinschaft als gesetzlicher Güterstand, daneben gibt es Gütertrennung und Gütergemeinschaft. Jeder wirkt sich unterschiedlich auf Ihre Erbquote aus. Mit diesem Wissen können Sie besser planen, was im Erbfall mit Ihrem Vermögen geschieht.
Was ist der Unterschied zwischen einer Erbeinsetzung und der Anordnung eines Vermächtnisses?
In einer letztwilligen Verfügung kann auf verschiedene Weise bestimmt werden, wer was nach dem Tod erhalten soll. Die wichtigsten Instrumente sind die Erbeinsetzung und das Vermächtnis. Während Erbinnen und Erben die Gesamtrechtsnachfolge der verstorbenen Person antreten, erhalten Vermächtnisnehmerinnen und Vermächtnisnehmer nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf bestimmte Gegenstände oder Werte. Der Unterschied ist rechtlich bedeutsam und […]
Das Nachlassverzeichnis – Bestandsaufnahme des Erbes
Das Nachlassverzeichnis listet sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer verstorbenen Person auf. Es dient vor allem als Berechnungsgrundlage für Pflichtteilsansprüche und sorgt für Transparenz bei der Nachlassabwicklung. Dabei ist zwischen dem privatschriftlichen und dem notariellen Nachlassverzeichnis zu unterscheiden: Beide unterliegen denselben inhaltlichen Anforderungen, das notarielle Verzeichnis bietet jedoch eine höhere Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.
Was macht ein Nachlassgericht?
Das Nachlassgericht ist in Deutschland die zentrale Anlaufstelle für rechtliche Angelegenheiten rund um einen Erbfall. Es eröffnet Testamente, erteilt Erbscheine, nimmt Erbausschlagungen entgegen und kann bei Bedarf eine Nachlasspflegschaft oder -verwaltung anordnen. Der Gang zum Nachlassgericht ist für viele Hinterbliebene unvermeidlich – umso wichtiger ist es, die Abläufe und Fristen zu kennen.
Der Pflichtteilsergänzungsanspruch
Der Pflichtteilsergänzungsanspruch schützt Pflichtteilsberechtigte vor einer Schmälerung ihres Anspruchs durch lebzeitige Schenkungen der Erblasserin oder des Erblassers. Bestimmte Zuwendungen werden bei der Berechnung des Pflichtteils berücksichtigt – auch wenn die verschenkten Gegenstände nicht mehr zum Nachlass gehören.
Steuerliche Aspekte bei der Vermögensnachfolge
Bei der Vermögensnachfolge spielen steuerliche Aspekte eine zentrale Rolle. Neben der Vermögensübertragung von Todes wegen sollte auch eine lebzeitige Übertragung in Erwägung gezogen werden, um etwa Schenkungsteuerfreibeträge voll auszuschöpfen. Die Höhe der Erbschaft- oder Schenkungsteuer hängt insbesondere vom Verwandtschaftsgrad, vom Wert des übertragenen Vermögens und von persönlichen Freibeträgen ab. Eine besonders wichtige Gestaltungsmöglichkeit bietet die […]
Was ist zwingend zu beachten, damit mein Testament wirksam ist?
Das Testament ist das wirksamste Mittel, um den eigenen Nachlass individuell und rechtssicher zu gestalten. Aus ihm spricht auch über den Tod hinaus noch der ausdrückliche Wille einer verstorbenen Person bezüglich der Ordnung ihres Nachlasses. Doch ist leider viel zu oft zu beobachten, dass Testamente wegen einfacher Formfehler unwirksam sind. Dann gilt zwar die nach […]
Wie kann ich meinen Pflichtteil durchsetzen?
Wenn Sie enterbt wurden, müssen Sie Ihren Pflichtteil selbst einfordern, denn von allein zahlt in der Regel kein Erbe. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, welche Rechte Sie haben und wie Sie Ihren Anspruch notfalls durchsetzen.
Was ist eine transmortale Vollmacht?
Eine transmortale Vollmacht gilt sowohl zu Lebzeiten als auch nach dem Tod der Vollmachtgeberin oder des Vollmachtgebers. Sie „überlebt“ den Todesfall und ermöglicht ein nahtloses Handeln ohne Unterbrechung. Damit kann sofort gehandelt werden, etwa bei Bankgeschäften, im Unternehmen oder bei Behörden, ohne auf einen Erbschein warten zu müssen. Besonders in Partnerschaften und Unternehmen ist sie […]
Was ist eine postmortale Vollmacht?
Eine postmortale Vollmacht wird erst nach dem Tod der Vollmachtgeberin oder des Vollmachtgebers wirksam. Damit können die Bevollmächtigten sofort handeln, ohne auf einen Erbschein zu warten. Das spart Zeit und verhindert Stillstand, etwa in Unternehmen oder bei Bankangelegenheiten. Aber: Es gibt auch Risiken, zum Beispiel durch möglichen Missbrauch.
Was passiert, wenn ich im Ausland versterbe?
Immer mehr Menschen halten sich aus privaten oder beruflichen Gründen längere Zeit im Ausland auf. Stirbt eine Person außerhalb Deutschlands, stellen sich zahlreiche rechtliche und organisatorische Fragen – etwa zu den Zuständigkeiten der Behörden, der Überführung des Leichnams sowie zur grenzüberschreitenden Erbfolge. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen rechtlichen Rahmenbedingungen – sowohl […]
Was ist das Pflichtteilsergänzungsrecht?
Viele Menschen verschenken bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte wie Häuser oder Geldbeträge. Doch wie wirken sich solche Schenkungen auf den Nachlass aus? Genau darum geht es beim Pflichtteilsergänzungsrecht. Es sorgt dafür, dass erbberechtigte Personen ihren Pflichtteil nicht dadurch verlieren, dass das Erbe bereits zu Lebzeiten verschenkt wurde.
Pflichtteilsverzicht – Kann man auf den Pflichtteil verzichten?
In vielen Familien ist der Pflichtteil ein heikles Thema: Er sorgt dafür, dass bestimmte Angehörige trotz Enterbung nicht leer ausgehen. Doch was, wenn eine pflichtteilsberechtigte Person freiwillig auf ihren Anteil verzichten möchte – zum Beispiel, um Streit zu vermeiden oder weil sie zu Lebzeiten bereits bedacht wurde? Ein Pflichtteilsverzicht ist möglich, aber rechtlich anspruchsvoll. Hier […]
Was ist ein Nottestament?
Ein Nottestament ist eine besondere Form des Testaments, die nur in Ausnahmesituationen errichtet werden kann. Es soll sicherstellen, dass der letzte Wille auch dann wirksam festgehalten wird, wenn eine Testamentsbeurkundung durch eine Notarin oder einen Notar nicht mehr rechtzeitig möglich ist. Solche Situationen treten oft bei plötzlicher, akuter Lebensgefahr oder in räumlicher Abgeschiedenheit auf.
Berliner Testament: Beispiel aus der Praxis
Viele Ehepaare und Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft setzen auf das Berliner Testament, um den länger lebenden Partner finanziell abzusichern. Doch was genau bedeutet das für die Kinder und andere Erben? Welche Fallstricke gibt es, und wie unterscheidet sich diese Regelung von der Vor- und Nacherbschaft? In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die wichtigsten […]
Was ist ein Vorausvermächtnis?
Ein Vorausvermächtnis (§ 2150 BGB) erlaubt es einer erbenden Person, zusätzlich zu ihrem Erbteil einen bestimmten Gegenstand oder Vermögenswert zuzuwenden, ohne dass dieser auf den Erbteil angerechnet wird. Damit kann der Erblasser oder die Erblasserin gezielt bestimmte Personen bevorzugen, etwa wegen besonderer Leistungen oder familiärer Verbundenheit.
Die Sorgerechtsverfügung – Vormund im Todesfall
Mit einer Sorgerechtsverfügung können Eltern festlegen, wer sich nach ihrem Tod um ihre minderjährigen Kinder kümmern soll. Die Verfügung ist für das Familiengericht nicht rechtlich bindend, wird aber bei der Entscheidung berücksichtigt – vor allem dann, wenn das Kind zur vorgeschlagenen Person bereits eine enge Beziehung hat und diese Person grundsätzlich zur Ausübung der elterlichen […]
Erbeinsetzung in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
Nichteheliche Lebensgemeinschaften, also Paare, die ohne Trauschein zusammenleben, sind heute gesellschaftlich weit verbreitet. Rechtlich gelten für sie jedoch andere Regeln als für Ehepaare. Besonders im Erbfall kann das weitreichende Folgen haben. Denn ohne Testament oder Erbvertrag erbt die Partnerin oder der Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nichts. Umso wichtiger ist eine gezielte Vorsorge.
Erben 2.0 – der digitale Nachlass
Immer größere Teile unseres Lebens finden online statt: von der Kommunikation über die Finanzverwaltung bis hin zur eigenen Präsenz in sozialen Netzwerken. Die digitalen Spuren eines Menschen enden nicht mit dem Tod, sie bleiben, zusammen mit Verträgen, Konten und Daten grundsätzlich auch über den Tod hinaus bestehen. Doch was passiert mit ihnen? Wer darf oder […]
Die gesetzliche Zugewinngemeinschaft und ihre praktische Bedeutung für das Ehegattenerbrecht
Die Zugewinngemeinschaft ist der gesetzlich vorgesehene Regelfall für die Vermögensaufteilung zwischen Ehepartnerinnen und Ehepartnern. Besonders im Todesfall eines verheirateten Erblassers oder einer Erblasserin spielt sie eine zentrale Rolle für die Aufteilung des Nachlasses. Die genaue Unterscheidung der verschiedenen Vermögensarten – also was wem gehört – ist dabei nicht immer einfach, kann aber erheblichen Einfluss auf […]